18. Mai 2012, 04:45
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Umgehungsstraße Finkenwerder: Volle Kraft nach Winterschlaf

Die feuchten Wintermonate sind beendet. Seit März laufen die Bauarbeiten an der Umgehungstraße Finkenwerder auf Hochtouren. Dumper, Bagger und anderes schweres Gerät sind wieder in vollem Einsatz und rollen über die 5,5 Kilometer lange Trasse der zukünftigen Umgehung Finkenwerder. Bis Ende 2012 soll diese fertig gestellt sein.

 

Durchnässter Boden im Winter schränkte die Bauarbeiten ein

Seit Dezember 2011 hatten die hohen Niederschlagsmengen den Boden soweit durchnässt, dass die Erdbauarbeiten ausgesetzt werden mussten. Der ohnehin weiche Marschboden war so stark aufgeweicht, dass die Geräte diesen sprichwörtlich zu Brei gefahren hätten und der aufzubringende Sand darin versunken wäre. „Ein milder, aber nasser Winter beeinträchtigt Erdbauarbeiten genauso wie Frost und Eis“, erläutert Reinhard Stadie, zuständiger Projektleiter bei der ReGe Hamburg.

 

Re-Start des Erdbaus nach der Winterpause

Die Straße verläuft im westlichen Abschnitt in Dammlage. Hierzu wurde auf dem bestehenden Boden zunächst ein um bis zu fünf Meter überhöhter Sanddamm aufgeschüttet, um die aus dem späteren Verkehr und dem Eigengewicht des Damms entstehenden Setzungen vorweg zu nehmen. Die Setzungen hätten ansonsten den Straßenbau beschädigt. Der überhöhte Damm wird aktuell wieder abgetragen und nachfolgend der Straßenüberbau aus Schotter und Asphalt hergestellt. Neben der Straße verläuft die etwa 1.900 Meter lange Sichtschutzwand parallel zur Alten Süderelbe. Diese wird derzeit montiert. Im Ostabschnitt verläuft die Trasse zwischen der Deponie Francop und dem eigens um 6 Meter nach Süden verlegten Hakengraben. Die Umlegung des Grabenbetts erfolgte auf 2,7 Kilometer Länge und konnte bis zum Wintereinbruch fertig gestellt werden. Unterhalb der Straße muss im Ostabschnitt ein Bodenaustausch erfolgen. Der vorhandene, wenig tragfähige Boden wird ausgebaut und der Sand aus den zuvor überhöhten Dämmen des Westabschnitts eingebaut – Recycling vor Ort.

 

Brückenbau

Die 5,5 Kilometer lange Umgehungsstraße wird künftig über sechs Brücken mit Spannweiten von 10 bis 100 Meter führen und 18 wasserführende Gräben queren. Die östliche Brücke über die Alte Süderelbe mit einer beeindruckenden Spannweite von 100 Meter ist bis auf den Asphaltbelag bereits fertig gestellt. Das 80 Meter lange über den Hakengraben führende Brückenbauwerk markiert die Trennung des Ost- und Westabschnitt der Umgehung. Die Brücke konnte vor dem Jahreswechsel im Rohbau fertig gestellt werden. „Der Bau der Brücke 02 und der daran anschließenden Stützwand haben uns aufgrund der unmittelbaren Nähe zur Deponie vor große Herausforderungen gestellt. Wir sind froh, diesen Meilenstein erreicht zu haben“, erläutert Nils Ludwig, Bauoberleiter der ReGe Hamburg.

Nachdem die Temperaturen die Grenze von 5 Grad Celsius überschritten haben, können die Abdichtungs- und Asphaltierungsarbeiten auf der Brücke zeitnah abgeschlossen werden.  Der Bau der übrigen vier Brücken und teilweise massiven Rahmendurchlässe  im westlichen Abschnitt liegt im Zeitplan. Die Brücken sollen in der ersten Jahreshälfte 2012 fertig gestellt werden.

 

 

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