Airbus-Werkserweiterung
Damit das europäische Zukunftsprojekt A380 in Hamburg realisiert werden konnte, bewältigte die ReGe die größte Industrieerweiterung in der Geschichte der Stadt: Die Vergrößerung des Airbus-Werksgeländes um 170 Hektar im Mühlenberger Loch und die Verlängerung der Start- und Landebahn um insgesamt ca. 900 Meter. Voraussetzung für alle damit einhergehenden Maßnahmen war die Bewältigung des angesichts der zahlreichen umwelt-, naturschutz-, wasser-, luftverkehrs-, arbeitsschutz-, und immissionsschutzrechtlicher Bestimmungen diffizilen Genehmigungsverfahrens. In größtenteils schwierigen direkten Verhandlungen mit Grundstückseigentümern und Pächtern führte die ReGe zudem das Flächenmanagement zur Beschaffung der erforderlichen Flächen durch.
Landgewinnung im Mühlenberger Loch
Die ReGe hat für die Airbus-Werkserweiterung im Mühlenberger Loch Baumaßnahmen riesigen Ausmaßes umgesetzt. Ausreichende Landflächen in der direkten Nähe zum vorhandenen Airbus-Werk in Finkenwerder standen nicht zur Verfügung. Daher kam nur die Inanspruchnahme einer Teilfläche des Mühlenberger Lochs in Betracht. Die Landgewinnung von 170 Hektar dort erfolgte durch das Auftragen von ca. 12 Millionen Kubikmeter Sand. Und das ohne dabei die weichen Sedimente des natürlichen Wattbodens zu verdrängen. Aufgrund der sehr geringen Tragfähigkeit des Schlickbodens war die Umsetzung eine ingenieurtechnische Herausforderung. Zur Stabilisierung des Untergrundes wurden insgesamt 60.000 geotextilummantelte Sandsäulen gesetzt. Auf dieser Basis wurde ein Damm um die zukünftige Werksfläche errichtet, der später zu einem Hochwasserschutzdeich ausgebaut wurde. Innerhalb dieser abgetrennten Fläche wurde der Sand in feinen Schichten eingespült.
Der vorgegebene sehr enge Zeitrahmen erforderte zudem eine Beschleunigung der nötigen Konsolidierung des Bodens, die mithilfe von insgesamt 2 Millionen Vertikaldrains erreicht wurde. Die Hochwasserschutzanlage hat eine Gesamtlänge von 4,5 Kilometer. Zum Fahrwasser der Elbe wurde anstelle des Deiches eine massive Spundwand gesetzt, ein Siel- und Pumpbauwerk zur Entwässerung der neuen Fläche und eine Kaianlage mit Umschlagseinrichtungen für den Seetransport großer Flugzeugteile gebaut.
Alle Maßnahmen wurden fristgerecht und unter Einhaltung sowohl der Kostenvorgaben als auch der hohen luftfahrttechnischen Anforderungen im August 2004 fertiggestellt.
Verlängerung der Airbus-Start- und Landebahn Süd
Da die Start- und Landebahn in Finkenwerder für den A380 zu kurz war, musste sie um 309 Meter nach Norden und 589 Meter nach Süden verlängert, von 45 auf 60 Meter verbreitert und die beiden seitlichen Sicherheitsflächen von 100 auf 150 Meter erweitert werden. Mit der Verfüllung des Mühlenberger Loches wurde die sowohl für die Erweiterung des Airbus-Werksgeländes als auch die Verlängerung der Start- und Landebahn nach Norden notwendige Fläche gewonnen. Für die Verlängerung die Elbe heran wurde daraufhin die wasserseitige Einfahrt zum Rüschkanal und Teile der dortigen Bootsliegeplätze verlegt. Dabei musste ein Teil des Rüschparks aufgegeben und ein dort vorhandener massiver, ehemaliger U-Boot-Bunker beachtet werden. Der erhebliche Geländesprung von der Oberkante der Piste bis auf den Grund des direkt daneben verlaufenden seeschifftiefen Fahrwassers der Elbe von ca. 25 Metern wurde mit einer gewaltigen Spundwand aus großen Stahlrohren mit ebenso gewaltigen Ankern zur Stabilisierung der Wand überwunden.
Zur Verlängerung nach Süden wurden der dort vorhandene Neß-Hauptdeich und ein Teil des Neuenfelder Hauptdeichs zurückgebaut. Zunächst verlegte man die Hauptdeichlinie auf den neuen Deich um das Erweiterungsgelände Mühlenberger Sand. Als weitere Maßnahme wurde die Verbindungsstraße zwischen Finkenwerder und Cranz in der vorhandenen Trasse aufgegeben und gänzlich neu geplant. Im Juli 2007 wurde die Verlängerung der Start- und Landebahn an Airbus Deutschland übergeben. Sämtliche Arbeiten wurden unter laufendem Flugbetrieb in kontinuierlicher Abstimmung mit der Flugleitung durchgeführt.
















